Bisherige Aktivitäten

Schwerpunkt 2002

Handlungskonzept für Hagen

In allen Fällen häuslicher Gewalt informiert die Polizei vor Ort bei einem Einsatz die Betroffenen über ihre rechtlichen Möglichkeiten und über Hilfsangebote in Hagen. Bei Einverständnis geben sie die Adressen der Betroffenen an die Frauenberatungsstelle weiter. Von dort werden die Frauen zu einem Beratungsgespräch eingeladen. Die Beratungsstelle übernimmt die psychosoziale Erstberatung sowie auf Wunsch die weitere Betreuung. Wenn eine Eheberatung oder eine Beratung für den Mann gewünscht ist, wird an die Beratungsstelle "ZeitRaum" oder an das Männerangebot der städt. Familienberatungsstelle weitervermittelt. Bei einer Gefährdung des Kindeswohls wird durch die Polizei der Bereitschaftsdienst des Jugendamtes informiert. Darüber hinaus erhält das Jugendamt in allen Fällen von Wegweisung, bei denen Kinder in der Wohnung leben, eine Mitteilung durch die Polizei. In Fällen der häuslichen Gewalt kommt es immer zu einer Anzeige. In bestimmten Fällen wird die Gerichtshilfe der Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

Das neue Gesetz hat sich in der Praxis bewährt.

Im Jahr 2002 wurden bei 289 Polizeieinsätzen bei häuslicher Gewalt in Hagen 80 Wegweisungen ausgesprochen.59 Frauen wurden an die Frauenberatungsstelle weiter vermittelt. Im ersten Halbjahr 2003 gab es bei 41 Wegweisungen 32 Weitervermittlungen an die Beratungsstelle. Erste Erfahrungen bei der Umsetzung des Handlungskonzeptes in Hagen zeigen, dass mehr als 2/3 der Betroffenen das Beratungsangebot in Anspruch nehmen.


Schwerpunkte 2003

Fachtagung – "Häusliche Gewalt – Arbeit mit den Tätern als Herausforderung und Perspektive"

Um den Betroffenen langfristig eine Perspektive ohne häusliche Gewalt zu ermöglichen ist die Einbeziehung der gewalttätigen (Ehe-)Männer und Väter unerlässlich.

Am 26.11.2003 fand in Hagen die Fachtagung "Häusliche Gewalt – Arbeit mit den Tätern als Herausforderung und Perspektive" statt.

Es wurden unterschiedliche praktische Ansätze und inhaltliche Schwerpunkte vorgestellt und diskutiert, die Anregungen für die bestehenden Beratungssysteme in Hagen liefern sollten.

Mit über 80 Anmeldungen und informativ und qualitativ hochwertigen Vorträgen war die Fachtagung ein voller Erfolg. Möglichkeiten für Täterarbeit in Hagen wurden eingerichtet.

Faltblatt – "Information zum Schutz vor Gewalt"

Das Faltblatt – "Information zum Schutz vor Gewalt" wurde als Hilfestellung für die Gewaltopfer entwickelt und enthält die notwendigsten Informationen über rechtliche Grundlagen, Hilfsmöglichkeiten und AnsprechpartnerInnen in Hagen. Es wird den Betroffenen bei einem Einsatz durch die Polizei ausgehändigt.

Es wurde in 8 Sprachen übersetzt.

Hilfe für Migrantinnen – Zwangsehen und häusliche Gewalt

Im September 2003 wurden die beratenden Stellen für Migrantinnen und Migranten in den "Runden Tisch" zu einem Erfahrungsaustausch eingeladen. Alle berichteten von häufigen Fällen häuslicher Gewalt in ihrer täglichen Beratungsarbeit. Es wurde eine weitere Zusammenarbeit vereinbart.

Am 3. Dezember 2003 fand ein Fachvortrag für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zum Thema "Zwangsehe" statt. Zwei Mitarbeiterinnen des Mädchenwohnhauses "Wasta" in Köln berichteten über die kulturellen und sozialen Hintergründe und die Folgen der erzwungenen Heirat von muslimischen Mädchen. Das Mädchenhaus "WASTA" ist eine Einrichtung zum Schutz für Mädchen und junge Frauen aus dem muslimischen Kulturkreis.


Schwerpunkte 2004

Faltblatt - "Hinsehen, Helfen, Hilfe holen"

Im Frühjahr 2004 erscheint ein Faltblatt, dass die Bürgerinnen und Bürger auffordert, sich adäquat einzumischen und Hilfe anzubieten, wenn sie in der Nachbarschaft Zeugen von häuslicher Gewalt werden.

Fachtagung: "Häusliche Gewalt ist nicht gesund - Trauma und Traumaverarbeitung"

Diese Fachtagung zeigt die gravierenden gesundheitlichen Folgen auf, die Frauen tragen, wenn sie geschlagen und misshandelt werden. Sie benennt die Hindernisse, die einer adäquaten gesundheitlichen Versorgung oft im Wege stehen (u.a. Ignoranz/Nicht-Wissen der Ärzteschaft) und zeigt neue Handlungsspielräume auf.

Mit über 100 Anmeldungen von Fachleuten aus der Region war die Fachtagung ein voller Erfolg.

Fortbildung für Medizinerinnen und Mediziner: "Wahrnehmung häuslicher Gewalt im medizinischen Alltag"

Diese Fortbildung richtet sich an Ärztinnen und Ärzte in Praxen und Krankenhäusern. Sie ist zertifiziert durch die Ärztekammer.

Vorstellung im Sozialausschuss

Im März 04 stellten Anna Vierhaus und Martin Steinkamp die Arbeit des Runden Tisches im Sozialausschuss der Stadt Hagen vor.


Schwerpunkte 2005

Beratung für gewalttätige Männer "Schlag - fertig"

"Schlag - fertig" ist ein Angebot des Sozialpädagogischen Zentrums für Männer, die bereit sind, sich mit ihrer Gewalttätigkeit auseinanderzusetzen und die i. d. R. ihre Partnerschaft retten wollen.

Stadtweite Aktion: "Gewalt gegen Frauen kommt nicht in die Tüte"

8000 Brötchentüten mit der Aufschrift "Gewalt gegen Frauen kommt nicht in die Tüte" wurden zum Stichtag 22.10. in allen Stadtteilen Hagens und in 6 Bäckereien verteilt. Dazu gab es Informationen durch die Mitglieder des Runden Tisches.


Schwerpunkte 2006

Antrag in der Gesundheitskonferenz Hagen: Themenschwerpunkt "Häusliche Gewalt" in der Konferenz

In der Gesundheitskonferenz wurde die Arbeit des Runden Tisches vorgestellt und auf die Bedeutung der Gesundheitssysteme aufmerksam gemacht. Die Weiterentwicklung ist mit dem Gesundheitsamt Hagen vorgesehen.


Schwerpunkte 2007

Fachtagung: Kinder in Gewaltbeziehungen, Gewalt und Trauma, Entstehung, Folgen, Hilfestellung

Diese Fachtagung richtet sich an Hagener Fachleute aller Sparten, die mit Kindern arbeiten oder über Kinder befinden. Die dramatischen Auswirkungen bei Kindern, die Gewalt erleben oder die Gewalt zwischen den Eltern miterleben, wurden lange Zeit unterschätzt. "Kinder brauchen für ihre Entwicklung gewaltfreie Räume! Gewalt macht kalt und krank – auch die nächste Generation", ist die These von Dr. Lutz Besser.

Über 120 Anmeldungen zeigen die Aktualität dieses Themas.

Internetseite für Kinder aus Familien mit häuslicher Gewalt

Unter der Web-Adresse www.kidsinfo-gewalt.de finden Kinder Tipps und

Adressen zum Thema Häusliche Gewalt. Die Hagener Adressen der Anlaufstellen für Kinder wurden aufgenommen

Erfahrungsaustausch mit dem Familiengericht

Im Mai 2007 fand mit dem Familienrichter Dr. Cirullies ein Erfahrungsaustausch statt. Das Anliegen des Runden Tisches war, dass bei den Entscheidungen des Familiengerichtes um Sorgerecht und Umgangsrecht der Väter mit ihren Kindern berücksichtigt wird, ob häusliche Gewalt im Spiel ist. Ein weiteres Thema war die Zuständigkeit des Familiengerichtes bei der Wegweisung der Täter aus der gemeinsamen Wohnung.


Schwerpunkte 2008

Workshop-Tag: Kinder in Gewaltbeziehungen

Am 29. Februar 2008 veranstaltet der Runde Tisch einen ganztägigen Workshop für Fachleute aus Bildungs- und Betreuungseinrichtungen für Kinder. Das Ziel ist, pädagogische Fachkräfte darauf vorzubereiten, dass bei verhaltensauffälligen Kindern Gewalt in der Familie eine Rolle spielen könnte und sie entsprechend sicher und kompetent handeln können. Den einführenden Vortrag hält Dipl. Psych. Birgitta Gaisendrees, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin und Traumatherapeutin von der Ärztlichen Beratungsstelle bei Vernachlässigung und Misshandlung von Kindern e.V. Remscheid. In Arbeitsgruppen werden konkrete Situationen aus der Praxis bearbeitet im Hinblick auf Lösungsansätze, begleitet von den pädagogischen und psychologischen Fachkräften des Runden Tisches.

Teilnahme an den regionalen Aktionswochen „Rosenstraße 76“

Im September/Oktober 08 finden in Hagen und den umliegenden Städten, in Kooperation mit vielen Trägern, etliche Veranstaltungen zum Thema Häusliche Gewalt statt. Initiiert vom Evangelischen Kirchenkreis steht die Ausstellung „Rosenstraße 76“ im Mittelpunkt der Aktionen. Der Runde Tisch nimmt die Gelegenheit wahr, um in der Ausstellung an zwei Nachmittagen seine Arbeit der Öffentlichkeit vorzustellen. Weiterhin werden Termine für Führungen durch die Ausstellung übernommen. Der Runde Tisch organisiert außerdem eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit Seyran Ates zum Thema "Frauen – Recht auf ein selbstbestimmtes Leben", die sich mit Gewalt in muslimischen Ehen beschäftigt.


Schwerpunkte 2009

Öffentlichkeitsarbeit

Erstellung einer Opferschutzbroschüre in 16 Sprachen. Sie wurde im November 2009 fertiggestellt und im Rahmen eines Pressegespräches der Öffentlichkeit präsentiert. Ziel dieser Broschüre ist die zeitnahe Aushändigung an die Opfer von häuslicher Gewalt während eines Polizeieinsatzes, um sie konkret über weitere Hilfsmöglichkeiten zu informieren.

Die 3-sprachige ausführlichere Opferschutzbroschüre "Nur Mut" konnte im Dezember 2009 fertiggestellt werden

Das Ziel dieser Broschüre ist sowohl als Orientierung für Opfer von häuslicher Gewalt als auch für Berufsgruppen, die mit der Thematik konfrontiert sind als Hintergrundwissen gedacht. Aus den Reihen des Runden Tisches wurde ein Konzept erarbeitet, dass den Einsatz dieser Broschüre mit einem 1-1/2 stündigen Fachgespräch verbindet. Zielgruppen sind SchulsozialarbeiterInnen, BeratungslehrerInnen, Sozialdienste Hagener Krankenhäuser, Altenpflegeschulen etc. Erste Gespräche z. B. mit der Bahnhofsmission haben schon stattgefunden.


Schwerpunkte 2010

Multiplikatorinnenschulung Häusliche Gewalt

Von September bis Dezember 2010 wurden 8 Migrantinnen aus 4 Nationen durch den Runden Tisch geschult. Es fanden 2 Ganztagsschulungen und 3 Fachnachmittage statt.

Inhalte der Schulungen

  • Grundsätzliche Informationen zu geschlechtsspezifischer Gewalt
  • Dynamik von Gewaltbeziehungen
  • Spezifische Bedürfnisse von Frauen und interkulturelle Kompetenzen
  • Kommunikationskompetenzen für den adäquaten Umgang mit Gewaltopfern

Darüber hinaus wurde die Gruppe an zusätzlichen Gruppenterminen und Einzelgesprächen durch die Projektleitung begleitet.

Ziel der Schulung war die Sensibilisierung und fachliche Qualifizierung von Migrantinnen, damit diese in ihren jeweiligen Communities und bestehenden Gruppen wirken können.

Darüber hinaus sollen sie eine wichtige Schlüssel- und Brückenfunktion zum bestehenden Hilfesystem übernehmen. Das Hilfesystem des Runden Tisches wurde ausführlich an den Fachnachmittagen vorgestellt. Erste Anforderungen von Multiplikatorinnen z.B. durch das Jugendamt haben schon stattgefunden.

Erfahrungsaustausch mit der Kinderschutzambulanz

Die Mitwirkung der Kinderschutzambulanz am Runden Tisch ist wünschenswert. In einem der nächsten Schritte soll das Handlungskonzept des Runden Tisches um das Leistungsangebot der Kinderschutzambulanz ergänzt werden.


Schwerpunkte 2011

Erstellung einer Homepage und Vervollständigung des Infomaterials des Runden Tisches

Ziel der Homepage www.hagen-gegen-haeusliche-gewalt.de ist, den Bekanntheitsgrad des Runden Tisches zu steigern, in kurzen Texten die Arbeit zu erklären, die Vernetzung zu verlinken und ein Download der Dokumentationen der Fachtagungen des Runden Tisches zu ermöglichen. Dabei wurde sehr viel Wert auf eine einfache benutzerfreundliche Handhabung der Homepage gelegt, die es sowohl Betroffenen als auch Fachleuten ermöglicht, Informationen gezielt abzufragen.

Bei der erstellten Infocard handelt es sich um die notwendige Ergänzung unseres Infomaterials in Scheckkartengröße. Ziel der Maßnahme ist die Verteilung der Infocard an Arztpraxen, soziale Einrichtungen und Polizei. Betroffene Frauen können die „Mini-Infocard“ diskret einstecken und haben dabei alle wichtigen Informationen zum Thema häusliche Gewalt komprimiert beisammen.

Mit der Infocard soll in 2012 gezielt die Hagener Ärzteschaft in Verbindung mit einem Fachtag zur Vernetzung angesprochen werden.


Schwerpunkte 2012

1. Fachtag für Ärztinnen und Ärzte mit den Thema „Häusliche Gewalt ist nicht gesund“ Anforderungen an ärztliches und beratendes Handeln.

Neben Vorträgen über Formen ,Folgen und Warnzeichen häuslicher Gewalt bis zu neuen Wegen zur Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung gewaltbetroffener Frauen wurde auch in einem Workshop „wie spreche ich Patientinnen an“ die Gesprächsführung konkret erprobt .

Um die gesundheitlichen Folgen von Gewalterfahrungen besser behandeln zu können, ist die Zusammenarbeit zwischen ambulanter ärztlicher Versorgung und dem Netzwerk „RT“ dringend erforderlich. Für den o.g. Fachtag wurden hauptsächlich Hausärzte, Internisten, Gynäkologen und Kinderärzte angesprochen Die Resonanz war sehr erfreulich. Ca. 15 Ärzte haben ihr Interesse an einer Kooperation gezeigt. Eine Folgeveranstaltung in 2013 mit der gleichen Zielgruppe ist gewünscht und geplant.

2. Informationskampagne "Häusliche Gewalt - ein Thema für Männer"

Plakatkampagne "mann schlägt nicht"

Unter diesem Titel wurden am 20. November 2012 im gesamten öffentlichen Stadtraum Hagen 30 Großplakate (3,56 x 2,52 m) angebracht. Sie waren dort mindestens 3 Wochen zu sehen (abhängig vom weiteren Bedarf der Flächen) Die Resonanz war sehr positiv: die Plakate wurden als auffällige und bewegende Botschaften aufgenommen.

Betriebskampagne "mann schlägt nicht"

In Abstimmung mit dem DGB und Einzelgewerkschaften wurden ab November 2012 über die Betriebsräte Kleinplakate nach dem o.g. Muster (A 3) an schwarze Bretter und Infotafeln in den Betriebsräumen und Kantinen angebracht, sowie Postkarten mit 4 verschiedenen Texten und Motiven an die Belegschaft verteilt. Bis Dezember 2012 haben sich 3 Betriebe beteiligt.

Resümee: Häusliche Gewalt ist in den beteiligten Betrieben zum Thema geworden. Um eine breite Veränderung zu erreichen braucht es jedoch einen langen Atem.


Plakatmotiv "Mann schlägt nicht - Informationskampagne gegen häusliche Gewalt"

Schwerpunkte 2013

Der Runde Tisch gegen häusliche Gewalt Hagen (RT) hat im Jahr 2013 seinen Haupt-schwerpunkt auf die med. Intervention bei häuslicher Gewalt gelegt.

Zu diesem Zweck wurde mit dem GESINE Netzwerk EN ein Kooperationsvertrag über das Programm „Gewinn Gesundheit“ abgeschlossen.

Aus den Erfahrungen früherer Fachtagungen für Ärzte ist es Ziel des RT, möglichst viele Ärzte in das o.g. Programm einzubinden, um die gesundheitliche Versorgung durch Gewalt belasteter Frauen in Hagen zu verbessern. Folgende Maßnahmen wurden dafür im Berichts-zeitraum ergriffen:

  • Schulung von 5 Teilnehmer/innen des RT durch das GESINE Netzwerk EN an 3 Tagen
  • Ärztliche Fortbildung am 13.11.13
  • Einbindung von 7 Ärzten in Kooperationsvereinbarungen bis 31.12.13
  • Erstellung von Info-Materialien für die Arztpraxen über das GESINE Netzwerk EN

Das Programm ist für 2 Jahre angelegt soll in 2014/15 durch den RT fortgeführt werden.


Schwerpunkte 2014

In diesem Jahr konnten aufgrund der frühzeitigen Haushaltssperre des Landes keine Landesmittel in Anspruch genommen werden.

Das bedeutete für die Aktivitäten des Runden Tisches massive Einschränkungen. 2 Schwerpunkte wurden bearbeitet.

1. Gewinn Gesundheit:
Eine „Inhouse“ Fortbildung für 2 Kinderarztpraxen und ihrem Fachpersonal , ein Workshop „Wie spreche ich das Thema häusliche Gewalt in meiner Praxis an“ und eine Fortbildung mit Frau Dr. Gahr zum Thema „Gerichtsfeste Dokumentation bei häuslicher und sexueller Gewalt“ haben stattgefunden. Diese Veranstaltungen fanden sehr pos. Resonanz bei unseren Netzwerkpartnern aus der Hagener Ärzteschaft

2. love is respekt:
Eine Aktion des Runden Tisches und dem Käthe Kollwitz Berufskolleg in Hagen. In einem Markt der Möglichkeiten (Schulaula) zum Thema häusliche Gewalt und der Kampagne „Love is respekt“, bei der (auf Kosten des „Weißen Rings“) orange Armbänder verteilt wurden, konnte ein großes Interesse der Schülerschaft und des Lehrkörpers geweckt werden. Im nächsten Jahr sind auf Wunsch der Lehrerschaft Fortbildungen zum Thema geplant.


Schwerpunkte 2015

Folgende Schwerpunkte hat sich der Runde Tisch für das Jahr 2015 gesetzt

  • Gewinn Gesundheit, weitere Verankerung des Programms in Hagen
  • Frauen und Behinderungen
  • Fortführung der Kooperation mit dem Käthe Kollwitz Berufskolleg
  • Aktualisierung und Nachdruck der Broschüre "Was tun bei häuslicher Gewalt?" (16 sprachig)
  • Geflüchtete Frauen und Gewalt

Zu 1. wurde eine“ Inhouse“ Fortbildung für 2 allgemeinmedizinische Praxen und ihrem Fachpersonal durchgeführt. 2 Ärzte Konferenzen mit den Themen „ Gewalt und Kinder“ und „Traumatisierung im Kontext häuslicher Gewalt“ fanden statt. Darüber hinaus hat das Beratungsteam des Runden Tisches für das Programm Gewinn Gesundheit an einem 2 tägigen „Train the trainer“ Seminar teilgenommen. Ziel dieser weiteren Fortbildung ist die Vorbereitung, auch in Kliniken dieses Programm zu installieren. Zum Jahresende wurden die Abschlussinterviews mit den Projektpartnern der Arztpraxen geführt. Damit ist die 2jährige Projektphase beendet. Das Programm Gewinn Gesundheit wird aber weitergeführt.

Zu 2. Gewalt gegen Frauen mit Behinderung soll ein längerfristiger Schwerpunkt werden.Um sich dem Thema zu nähren hat der Runde Tisch selbst einen Workshop in „leichter Sprache“ durch das Büro für Leichte Sprache der Evangelischen Stiftung Volmarstein absolviert. Danach folgte im Oktober eine Fachtagung mit Frau Professor Hornberg zu den Ergebnissen der Studie „Häusliche Gewalt gegen Frauen mit Behinderungen. Zielgruppe waren Mitarbeiter/innen aus Einrichtungen der Behindertenhilfe. Aus der Fachtagung heraus hat sich eine Arbeitsgruppe gebildet, die das Thema weiter verfolgt.

Zu 3. Auf Wunsch des Lehrkörpers des Käthe Kollwitz Berufskolleg wurden Fortbildungen zum Thema Häusliche Gewalt durchgeführt. Abschluss zu den gesamten Aktionen 2014/15 war ein Aktionstag am 25. November (Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen) mit abschließender Podiumsdiskussion.

Zu 4. Die Broschüre "Was tun bei häuslicher Gewalt" wurde aktualisiert und mit einer Druckauflage von 3000 Stück hauptsächlich an die Polizei verteilt, damit sie den betroffenen Frauen bei einer Wegweisung direkt zur Verfügung steht.

Zu 5. Der Runde Tisch hat eine Arbeitsgruppe zum Thema Flüchtlingsfrauen in Hagen gebildet. Ziel ist es, das bereits bestehende Handlungskonzept für die Vorgehensweise bei häuslicher Gewalt im Hinblick auf von Gewalt betroffene geflüchtete Frauen zu überprüfen und entsprechend anzupassen. Es sollen klare Vorgaben entwickelt werden, wie in Fällen häuslicher Gewalt in Gemeinschaftsunterkünften vorzugehen ist. Im Rahmen dieser Arbeitsgruppe werden zudem bereits bestehende Hilfsmöglichkeiten für geflüchtete Frauen koordiniert, sodass die Frauen an die für sie geeigneten Hilfesysteme vermittelt werden können.


Schwerpunkte 2016

Folgende Schwerpunkte hat sich der Runde Tisch für das Jahr 2016 gesetzt:

  • Weiterführung und Erweiterung des medizinischen Interventionsprogramms Gewinn Gesundheit
  • Aktion zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen

Zu 1. Weiterführung und Erweiterung des medizinischen Interventionsprogramms Gewinn Gesundheit

Durch die Arbeit des Runden Tisches konnte in Hagen das Netzwerk Gewinn Gesundheit nachhaltig etabliert werden. 16 Ärztinnen und Ärzte konnten auch nach der Projektphase als feste KooperationspartnerInnen gewonnen werden.

Diesen wurden in 2016 zwei Ärztekonferenzen angeboten. Bei der ersten Ärztekonferenz am 20.04.2016 wurden das Hagener Frauenhaus sowie der Opferschutz der Polizei durch deren MitarbeiterInnen vorgestellt. Die zweite Ärztekonferenz fand am 05.10.2016 statt. Das Thema lautete „Sexualisierte Gewalt – Formen, Folgen, Hilfsangebote“. Die Referentinnen stellten vor, wie eine gute medizinische und psychosoziale Versorgung von Frauen, Jugendlichen und Kindern nach sexualisierter Gewalterfahrung aussehen kann. Darüber hinaus bieten die Ärztekonferenzen stets die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch untereinander.

Am 21.09.2016 fand eine Inhouse-Veranstaltung zum Thema „Hinsehen – Wahrnehmen – Handeln: Häusliche und sexualisierte Gewalt“ für die Mitarbeiterinnen einer gy-näkologischen Arztpraxis statt.

Im Dezember 2016 veranstaltete der Runde Tisch im Ev. Krankenhaus Hagen eine Ausstellung und einen Fachtag zum Thema „Warnsignale häuslicher Gewalt – erkennen und handeln“. Die Ausstellung konnte vom 05.12. – 14.12.2016 im Foyer des Krankenhauses besichtigt werden. Der Fachtag fand am 07.12.2016 mit 40 TeilnehmerInnen statt. Hier stellten sich die einzelnen Mitglieder des Runden Tisches gegen häusliche Gewalt vor und es gab Vorträge zu den Themen „Körpernarben und seelische Narben – Folgen häuslicher Gewalt“ sowie „Warnsignale häuslicher Gewalt – erkennen und handeln – Möglichkeiten der präventiven Arbeit“. Durch den Fachtag konnten erfreulicherweise 9 neue KooperationspartnerInnen aus dem medizinischen und psychosozialen Bereich für das Projekt gewonnen werden.

 

Zu 2. Aktion zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen

Am 25.11.2016 hat der Runde Tisch eine öffentlichkeitswirksame Aktion in der Hagener Innenstadt organisiert. Mehrere Mitglieder des Runden Tisches verteilten Eiskratzer mit dem Aufdruck „Eiskalt gegen häusliche Gewalt“ (auf Kosten des Weißen Rings) sowie Informationsmaterial zum Thema häusliche Gewalt.